Der „Hedemann-Plan“

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Der „Hedemann-Plan“ der Stadt Brandenburg an der Havel

Christoph Gottlieb Hedemann fertigte im Auftrag der preußischen Staatsverwaltung in den Jahren 1722 – 1724 einen noch heute für die Stadtforschung bedeutsamen „Stadtplan“ an. Zum damaligen Zeitpunkt war er von größter Bedeutung zum Zwecke der Besteuerung der dem König unmittelbar unterstellten Städte. Dafür wurden erstmals systematisch umfassende Vermessungsarbeiten aller Grundstücke, Feldmarken und Straßen und deren Bebauung vorgenommen und in Karten erfasst.

Obwohl die beiden Städte Altstadt und Neustadt Brandenburg im Jahre 1715 zu einer Stadtgemeinde vereinigt wurden, spricht Hedemann immer noch von den beiden Städten Brandenburg. Alt- und Neustadt Brandenburg sind jeweils in ihren mittelalterlichen Mauergrenzen dargestellt und geben die Städte mit Markt, Straßen, Kirchen und Toren, Vorstädten und bedeutenden Häusern wieder. Durch unterschiedliche Farbgebung wird zwischen den Parzellen mit differenziert. Die Dominsel gehörte bis 1929 nicht zur Stadt Brandenburg, sie ist daher auf dem Plan nicht durch Katastereintragungen erfasst.

Die Straßen und wichtigen Gebäude sind – getrennt nach Alt- und Neustadt – mit Groß- und Kleinbuchstaben auf dem Plan gekennzeichnet.

Altstadt
D Klosterstraße, F Petersiliengasse, H Schustergasse, M Kleine Kirchgasse, N Kapellengasse, Q Communikation, R Kirchhof St. Gotthardt, S Klosterkirchhof St. Johannis, T Plauer Tor, U Rathenower Tor, V Mühlentor, W St. Gotthardtkirche, X Inspektorenhaus, Y Saldrische Schule, Z Archidiakonatshaus, I St. Johanniskirche, k Hospital St. Johannis, m Torschreiberhaus an der Langen Brücke, p Stadthof und Syndikatshaus, q Hauptwache, s Wachhaus am Plauer Torturm, t Torschreiberhaus am Plauer Torturm, x Torschreiberhaus am Rathenower Tor

Neustadt
A St. Katharinenkirche, B Schule am St. Katharinenkirchplatz, C St. Paulikirche, D Schule, E Kloster St. Pauli, F Hospital St. Elisabeth, G Rathaus, J Stadthof, L Inspektoratshaus, a Neustädtischer Markt, b Molkenmarkt, h Petersilienstraße, l Siebertstraße, n Klapperstraße(Paulinerstraße)

Der Katasterplan lässt noch die wichtigsten Züge des Grundrisses der mittelalterlichen Doppelstadt Brandenburg, wie er seit Beginn des 15. Jahrhunderts existierte, erkennen. Bis in das 19. Jahrhundert hinein änderte sich im Wesentlichen nichts an Größe und Form der historischen Teile des Siedlungskomplexes Brandenburg. Das mittelalterliche Straßennetz mit seinen Hauptverkehrsachsen ist bis heute im Stadtbild nachvollziehbar.

Vom „Hedemann-Plan“ sind zwei Originalkarten erhalten geblieben. Ein Exemplar wird im Stadtarchiv Brandenburg aufbewahrt, das andere befindet sich im Geheimen Staatsarchiv Berlin.

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