Der mittelalterliche Bürgereid

Der mittelalterliche Bürgereid

portfolio-buergereid-contentUm Bürger einer Stadt zu werden, hatte man einen Bürgereid abzulegen, der zu bestimmten Zeiten wiederholt werden musste. Es musste eine Eintrittsgebühr gezahlt werden. Man musste von ehelicher Geburt sein, Haus- und Grundbesitz oder ein Mindestvermögen vorweisen und selbständig ein Handwerk ausüben können.
Bürger einer Stadt konnten die Freiheiten und Vorrechte einer Stadt genießen, z.B. die Zollfreiheit und Anteil an der Allmende, der zur Benutzung der Gemeindeweide und des Waldes berechtigte. Bürger konnten in eine Gilde oder Zunft aufgenommen werden. Sie hatten aber auch Pflichten zu erfüllen, wie z.B. die Wehrpflicht zum Schutz und zur Verteidigung der Stadt oder die Pflicht zur Brandbekämpfung.

Die Polizeiordnung von 1604 unterteilte die Bewohner der Alt- und Neustadt in vier verschiedene Klassen ein:

1. Ratspersonen, Assessoren des Schöppenstuhls und alte, vornehme Geschlechter
2. Obergewerke
3. Gemeine Bürger und Handwerker
4. Budenleute, Tagelöhner, Knechte und Mägde

Die 4. Gruppe konnte das Bürgerrecht nicht erwerben, da sie nicht vermögend genug waren. Trotz alledem waren sie steuer-, wehr- und gerichtspflichtig.

Die Handwerker bildeten den größten teil der Stadtbevölkerung. Die Ratsherren und den Bürgermeister stellten die reichen Händler und Kaufleute. In der Neustadt konzentrierte sich das Handel und gewerbetreibende Bürgertum, in der Altstadt mehr das Ackerbürgertum.

««« zurück zur Gesamtübersicht