Opel-Tasse und Foto des kleinen Jungen

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Opel-Tasse und Foto des kleinen Jungen

Bei der Betrachtung des Bildes stellt sich die spannende Frage „Was verbindet den kleinen Jungen mit der Kantinentasse der Opel-Werke?“

Es sind die Jahre 1943/44 in unserer Stadt. Brandenburg erfüllte alle Voraussetzungen, um bereits kurz nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten eine wichtige Rolle in der Rüstungspolitik zu spielen. Man glaubte, dass die Reichweite der Bombenfl ugzeuge der in Aussicht genommenen möglichen Kriegsgegner nicht ausreichen würde, diese Linie zu erreichen. Es wurde im April 1937 festgelegt, dass der Schwerpunkt der kriegs- und lebenswichtigen Betriebe im Raum Berlin-Brandenburg läge.

Direkt am Silokanal wurde im Jahr 1935 durch die Adam Opel AG die damals modernste Lastwagenfabrik der Welt errichtet. Die gesamte Fabrikation war in einer einzigen riesigen Halle untergebracht. Das Werk hatte mit seinem durchgehenden Fließbandsystem eine Kapazität von 150 LKW pro Tag. Opel wurde zweitgrößter Arbeitgeber Brandenburgs. 1943 produzierten 4.200 Mitarbeiter den Opel „Blitz“ für die Front. Die Kriegsproduktion konnte nur durch die Ausbeutung vieler ausländischer Zwangsarbeiter aufrechterhalten werden.

Im Zwangsarbeiterlager in der Hohenzollernstraße (heute Karl-Marx-Straße) waren 1943 1419 Menschen aus 11 Ländern in Baracken untergebracht, unter ihnen 426 männliche und 72 weibliche Arbeitskräfte aus der Sowjetunion. Selbst kleine Kinder, wie auf dem Foto, wurden nach Brandenburg verschleppt. Hat er jemals seine Heimat wiedergesehen?

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